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Bewohner befürchten Identitäts- und Lebensqualitätsverlust in Darmstadts Waldkolonie durch Konzentrierung von Flüchtlingen

Großes Interesse, nicht nur bei Anhängern und Mitgliedern der SPD, fand am Sonntag ein offener Informationsaustausch in der Waldkolonie.

 

Neben der Ablehnung einer neuen Straße durch den Westwald wurden auch Forderungen nach Verbesserung der Lebensqualität aufgestellt, zum Beispiel durch schöner gestaltete Plätze und Brunnen, Einkaufsmöglichkeiten innerhalb des Quartiers und Schaffung von Fahrradwegen entlang der Michaelisstraße, Mainzer Straße und Pallaswiesenstraße. Barrierefreie Bushaltestellen und Einführung von Kurzstreckenfahrkarten sind ebenfalls ein Thema.

 

Nicht zuletzt stand die Flüchtlingssituation bei den anwesenden Bürgerinnen und Bürgern im Vordergrund. Mit zum Teil deutlichen Worten forderten Bewohner der Waldkolonie eine gerechtere Verteilung der Flüchtlinge auf alle Stadtteile Darmstadts, auch in die Quartiere, die bisher von Aufnahme- und Unterbringungslagern verschont wurden. Davon gäbe es – so die Bewohner – genug. Schließlich sei die Waldkolonie bereits heute ein Stadtteil mit Bewohnerinnen und Bewohnern mit überdurchschnittlich hohem Migrationshintergrund, wobei das Zusammenleben seit vielen Jahren im Allgemeinen gut funktioniert. So soll es auch bleiben.

 

Die Einrichtung von zwei, eher auf Dauer ausgelegten Flüchtlings-unterkünften mit einer Gesamtkapazität von bis zu 1500 Menschen in einem sozial schwierigen Umfeld, bei insgesamt nur ca. 5000 Bewoh-nern in der Waldkolonie, verhindere aber nicht nur eine Integration, sondern führe auch zu einer Ghettoisierung. Zumal die derzeit noch nicht ausgelasteten Unterkünfte im Frühjahr sicherlich voll werden dürften.

 

Wie die anwesenden Bürgerinnen und Bürger an konkreten Beispielen verdeutlichten, bestünden begründete Ängste und Befürchtungen, auch wenn bei Allen Konsens darüber herrscht, die vor Krieg und Not geflüchteten Menschen sollen weiterhin im ganzen Stadtgebiet aufgenommen werden.

Neben der gesteuerten Konzentration der Flüchtlinge auf ein kleines Quartier gab es seitens der anwesenden Bürger auch scharfe Kritik an der Informationspolitik der Stadtregierung, deren Bürgerbe-teiligung sich lediglich auf Informationen über beschlossene oder sogar bereits eingeleitete Maßnahmen beschränkt.

 

   
© SPD-Waldkolonie-Weststadt